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Themen zur Landwirtschaft mit Ministerin Hinz erörtert

Staatsministerin Priska Hinz diskutierte in der vergangenen Woche mit dem Vorstand des Kreisbauernverbandes Rheingau-Taunus auf dem Betrieb des KBV-Vorsitzenden. Nach der Vorstellung des Meilin­ger Hofes durch das Betriebsleiterehepaar Birgit und Thomas Kunz, wo den Gästen unter anderem die Getreidelagerung und die Direktvermarktung des Betriebes vorgestellt wurden, stand ein Austausch über aktuelle Landwirtschaftsthe­men im Mittelpunkt.

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Schwerpunkt nahm die Frage der Förderung der Direktvermarktung und der regionalen Wertschöpfung ein. Nach der Darstellung von Thomas Kunz ist für die Region eine betriebsübergreifende Direktvermarktung im Zuge einer Erzeugergemeinschaft insbesondere bei den Produkten Getreide sowie Mehl und Rapsöl sinnvoll. „In Zeiten, in denen regionale Produkte so gut nachgefragt werden, sollten die Erzeuger in Ballungsraumnähe auch stärker davon profitieren“, stellte Kunz heraus.

Ministerin Hinz zeigte sich vom Stellenwert einer Erzeugergemeinschaft für Direktvermarkter überzeugt und stellte aber auch heraus, dass es für eine erfolgreiche Vermarktung nicht nur auf die beteiligten Landwirte und Verarbeiter ankomme, sondern auch auf den Handel. Wichtig sei die „großen“ des Le­bensmitteleinzelhandels mit ins Boot zu bekommen.

Weiterhin ging es die Darstellung der Landwirtschaft in den Medien und in der Gesellschaft. KBV-Vorsitzender und HBV-Vizepräsident Kunz warb dafür, den Landwirten mehr Vertrauen entgegen zubringen und sich auch bei ihren Auftritten in der Öffentlichkeit gegen die teils negative Darstellung des Berufsstandes einzusetzen. Häufig werde bei den Darstellungen nicht gesehen, dass Landwirtschaft oft das Engagement der ganzen Familie bedeute.

Stellvertretender KBV-Vorsitzender Bernd Großmann hob hervor, dass Landwirte durchaus bereit seien, sich der Diskussion um einzelne Produktionsmethoden zu stellen. Man erwarte aber eine fundierte Auseinandersetzung und keine Verunglimpfung. Auf persönlicher Ebene könne man mit Mitgliedern von Umweltverbänden oftmals zwar konstruktiv reden, aber auf Bundesebene gebe es dennoch häufig Schwierigkeiten. Hinz verdeutlichte, dass ihre Einflussmöglichkeiten auf die Umweltverbände gering seien, konnte die Befindlichkeiten der Bauernfamilien aber durchaus nachvollziehen.

Vorsitzender Kunz freute sich über die rege Diskussion und dankte der Ministerin, dass man sich seitens der Grünen in Hessen, anders als im Bund und in einigen Bundesländern, hier nicht auf Kosten der Landwirte zu profilieren versuche, sondern gemeinsam Lösungen suche.

Auch gaben die Landwirte der Ministerin ihre Vorschläge zur Verbesserung sowie Vereinfachung des Greenings mit.

Zum Abschluss ging es auf den Acker, um die Ernte der ersten Ackerbohnen zu besichtigen. Die ersten Erfahrungen über den Anbau von Ackerbohnen im Rahmen des Greenings verdeutlichten, dass weiterhin noch viel züchterische Arbeit zu leisten ist, damit sich Leguminosen wirtschaftlich in den Fruchtfolgen etablieren können. Auch die Verarbeitung und schließlich die Vermarktung haben noch einen Nachholbedarf. Dass dies gelingen könne, habe die Entwicklung beim Raps gezeigt.

kbv/rgt – LW 35/2015